Selbstjustiz – Der schmale Grat vom Opfer zum Täter

In Österreich herrscht Uneinigkeit über die Auswirkungen steigenden Sicherheitsbedürfnisses der Bürger. Kann dem Rechnung getragen werden indem man verstärkt für Pfeffersprays und Elektroschocker Werbung macht oder wird hier eine Grenze überschritten?

Die Polizei hat eine eindeutige Meinung zu Pfefferspray und Elektroschocker, beides legale Waffen in Österreich. Die Anwendung ist gesetzlichen Auflagen unterworfen und Polizisten werden regelmäßig geschult diese zu beachten um möglichen Klagen im Vorfeld aus dem Weg zu gehen. Die Auflagen sehen unter anderem bei Anwendung von Pfefferspray vor, sofort dafür Sorge zu tragen, dass der Angesprühte seine Augen mit Wasser ausspülen kann und in eine ärztliche Betreuung kommt. Pfefferspray ist ab wenigen Euro frei erhältlich.

Jeder Bürger unterliegt diesen Verpflichtungen und findet sich sehr schnell im Deliktsumfeld der Körperverletzung wieder, wenn er zwar in Notwehr zum Spray greift, jedoch die anschließende notwendige Hilfeleistung unterlässt. Wer hier auf der möglichst sicheren Seite sein will, sollte umgehend nach solch einem Vorfall Polizei und das Rote Kreuz verständigen.

In Kärnten jedenfalls sind sich die Waffen- und Munitionshändler weitestgehend einig, dass es keinen Boom bei Selbstverteidigungsmaterialien gibt und auch die Sicherheitsdirektion Kärnten sieht keinen Anstieg bei der Ausstellung von Waffenpässen, womit der eigentliche Sinn der Diskussion in Frage gestellt sein dürfte.

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